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Jamaika

28/08/2012

Da Jamaika für uns ein eigentlich ungeplanter Zwischenstopp war, kamen wir entsprechend unbedarft im Hafen von Kingston an – und bezahlten natürlich prompt Lehrgeld. Da wir noch keinen Flug gebucht hatten, um die Insel wieder zu verlassen, wurde uns nämlich die Einreise erst einmal verweigert. Na gut, also organisierten wir dies halt, doch dann war wiederum das Migrationspersonal für 6h lang nicht auffindbar. Wie sich später herausstellte, lief bei Olympia halt grad der 200m-Final…

Schlussendlich doch noch in der Stadt angekommen, folgten sogleich die nächsten Überraschungen. Einerseits stellte sich Jamaika als ziemlich teuer heraus – zumal im Vergleich mit Südostasien – und so bekundeten wir grosse Mühe, ein bezahlbares Zimmer zu finden. Andererseits hat Kingston mit karibischem Flair etwa gleich viel zu tun wie Olten mit Après Ski. Es ist vor allem eine grosse, unfreundliche und auch nicht gerade hübsche Stadt, die sich zudem nur schwer erkunden lässt. Zu Fuss kommt man nirgends hin und fühlt sich angesichts des Verkehrs und vieler komischer Leute auch nicht immer wohl. Die Taxifahrer sind mühsame und aggressive Gesellen, die gerne Fantasiepreise verlangen. Und der öffentliche Verkehr blieb uns bis am Schluss ein Rätsel und deshalb ungenutzt. Es mag zwar schon sein, dass es in Kingston spannende Ecken und Anlässe gibt, doch zumindest wir haben sie nicht gefunden…  Und waren von dem her froh, die Stadt nach 3 Tagen per Mietauto wieder verlassen zu dürfen (wenn auch auf der verkehrten Strassenseite).

Danach ging es dann aber glücklicherweise aufwärts. Bereits die nächsten beiden Stationen – Treasure Beach und Belmont – entschädigten uns für den vorgängigen Ärger. Beiderseits nicht gerade auf den üblichen Touristenpfaden gelegen, fanden wir hier freundliche Leute, katalogreife Strände, üppige Vegetation, viele kleine flotte Rumbars und auch die vorher schmerzlich vermisste jamaikanische Leichtigkeit des Seins. Als besonderes Highlight wird uns der Tag in der Rastafari-Gemeinschaft von Belmont in Erinnerung bleiben – übrigens entgegen dem Klischee nicht gerade das allerlässigste Leben. Die Leute sind immerhin Selbstversorger, was auch im tropischen Jamaica nicht so wirklich einfach ist. Ganz zu schweigen davon, dass man als richtiger Rastafari zwar kiffen darf, sich dafür aber strikt vegan ernähren muss. Mit Fleisch, Alkohol, Salz (!) oder bereits verarbeiteten Produkten ist da nix…

Danach folgte ein Halt in Negril, im äussersten Westen der Insel gelegen und bereits wieder einiges touristischer, was uns trotz Bilderbuchstrand wiederum nicht so wahnsinnig faszinierte. Schlicht zu teuer und die Strandverkäufer zu aufdringlich… Wir beschlossen deshalb, uns für den Rest der Reise von Resorts und Partymeilen fernzuhalten und fuhren (trotz vielen grossen Schlaglöchern in den Nebenstrassen) sehr gut mit diesem Entscheid. Den Norden der Insel liessen wir grosszügig aus und verbrachten den Rest der Reise im schönen aber etwas vernachlässigten Bezirk Portland. Hier fanden wir schlussendlich wieder Ruhe, Natur und einige der schönsten Unterkünfte unserer ganzen Reise vor. Und dank etwas Glück und ein paar wirklich netten Bekanntschaften kamen wir auch nochmals ganz nah an Land und Leute ran und konnten spezielle Orte besuchen. Dies war dann so schön, dass wir unseren Jamaika-Aufenthalt insgesamt doch noch als gelungen in Erinnerung behalten werden.

Ja eigentlich können wir Jamaica insgesamt sogar weiterempfehlen. Für gewiefte Reisende. Und man muss wirklich nach Nebenaussen…

Liebe Grüsse, Simon

Bilder Jamaika

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2 Kommentare
  1. Avatar von Stefan Hopf
    Stefan Hopf permalink

    Ha grad e nöii entdeckig gmacht!!!
    Viele Dank, Simon füre interessant Bricht, es würd mi grad gluschte Jamaika o ga bsueche! – Ou wiederum die vielfältige Foti wo o derzue ghöre si schpitze!
    Hie wirds mit jedem Tag herbschtlicher.
    UaepS

    • Avatar von Gabriel
      Gabriel permalink

      Danke für die tollen Informationen und den unzähligen Fotos! Freue mich immer wieder darauf, einen Newsletter in der Mailbox zu finden 🙂

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