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Nordvietnam

12/05/2012

Zwei Wochen sind wir nun also schon in Vietnam und haben bereits wieder einiges erlebt. Die Eingewöhnung fiel uns dieses Mal recht leicht, wobei  es uns natürlich geholfen hat, dass wir nun doch immerhin schon zwei Monate in Südostasien rumhängen… Eine ganz neue Welt ist Vietnam also nicht und auch ansonsten ein recht zugängliches, gut organisiertes Land, in dem man sich schnell zurechtfindet. Entsprechend trifft man hier auch ziemlich viele Reisende an, die lediglich für ein paar Wochen herfliegen. Für uns ein gänzlich neues Phänomen…

Die ersten Tage verbrachten wir in der Hauptstadt Ha Noi, die recht hübsch und sauber herausgeputzt ist und über viele Seen und Parks auf Stadtgebiet verfügt. Andererseits kommt Ha Noi gebäudetechnisch ziemlich eintönig daher und ist nur mit wenigen architektonischen Highlights gesegnet. Die Bombardements zweier Kriege haben einfach nicht viel Sehenswertes übrig gelassen…  Garantiert erlebenswert ist hingegen wiederum der Verkehr, denn es hat wirklich, wirklich, wirklich viele Roller auf den Strassen und die Fahrkünste der Vietnamesen variieren zwischen unfähig, autistisch und kampfbetont. Dementsprechend hatten wir es als Fussgänger nicht immer leicht…

Besserung in dieser Hinsicht und auch bezüglich der weiterhin mörderischen Temperaturen versprachen wir uns in der Folge von einem neuntägigen Trip in die Berge und an die Küste. Diesen hatten wir ausnahmsweise einmal komplett über eine Agentur gebucht, da zum einen die vietnamesische Tourismusindustrie nicht wirklich auf Individualreisende eingerichtet zu sein schien und zum andern wieder einmal Feiertage bevorstanden und ohnehin jedes Transportmittel auf Tage hinaus ausgebucht war. Wir erhofften uns hiervon einiges, das Ganze kostete ja immerhin auch 25 Millionen Dong…

Unser Fazit nach neun Tagen Rundum-Sorgenfrei-Programm fällt allerdings etwas zwiespältig aus. Einerseits gefielen uns die grünen Landschaften, die Reisterassen und die hübschen Dörfer des Nordens sehr. Und auch an der Küste machten die Felsformationen der Ha Long Bucht mächtig Eindruck. Andererseits mussten wir aber auch feststellen, dass es eine geführte Tour über eine so lange Zeit für uns nicht wirklich bringt. Die ersten Tage freuten wir uns zwar noch darüber, für einmal nicht selbst alles organisieren zu müssen und genossen den ungewohnten Komfort. Mit der Zeit aber nervten uns die fixen Zeiten, die vorgegebenen Menüs und die ständigen Wartezeiten zwischendurch. Glücklicherweise aber bekamen wir im ersten Teil einen guten Guide zugelost und trafen insgesamt auf wirklich interessante und angenehme Mitreisende, was das Ganze letztendlich gerettet hat.

Inzwischen sind wir nun aber bereits wieder einige Tage alleine unterwegs und haben noch zwei weitere Stationen absolviert. Zum Ersten das Provinzstädtchen Ninh Binh, dessen schöne Umgebung wir mit dem Roller abgeklappert haben. Zum Zweiten die alte Kaiserstadt Hue. Diese verfügt über ein paar irrwitzig grosse Kaisergräber, welche eher Reservepalästen gleichen, komplett mit Parkanlagen, Tempeln und auch Wohnraum für die Ehefrauen während der Trauerzeit…  Daneben haben wir heute die ehemalige demilitarisierte Zone besucht und von einem alten Veteranen ein Bisschen etwas über den „amerikanischen Krieg“ gelernt, was doch ziemlich eindrücklich war.

Morgen wird es für uns nun weiter Richtung Süden gehen. Zuerst nach Hoi An und danach in Richtung Mekongdelta, von wo aus wir uns dann sicher wieder melden werden.

Liebe Grüsse, Simon

P.S. Falls sich jemand von Euch einmal im Leben dem totalen Fleischfressrausch hingeben möchte, dann wäre Vietnam wohl erste Wahl. Das typische vietnamesische Mahl scheint mindestens drei verschiedene Sorten Tier zu enthalten, wobei Speck nicht mitgezählt wird…

From → Vietnam

2 Kommentare
  1. Avatar von Gabriel
    Gabriel permalink

    Danke für all die interessanten Infos,mittlerweile könntet dir wohl Reiseführer rausgeben… 🙂

  2. Avatar von Stefan Hopf
    Stefan Hopf permalink

    Liebe Christina, lieber Simon – einmal mehr habe ich euren Bericht mit grossem Interesse gelesen. Wie viel ihr doch zusammen erleben könnt!
    Wiederum sind die Fotos „Spitze“!Ich kann sie gar nicht genug anschauen. Eine solche Brückenart baut Toni el Suizo mit Hilfe der jeweiligen einheimischen Bevölkerung, wie eines der Bilder zeigt.
    Häbets witerhin guet und gniessets! Ubya pS

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