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Phnom Penh / Siem Reap

03/06/2012

Unsere Zusatzschleife durch Kambodscha führte uns bisher in die Hauptstadt Phnom Penh und anschliessend für knapp fünf Tage nach Siem Reap, nahe des historischen Angkors.

Phnom Penh erwies sich hierbei trotz durchaus vielversprechender Anfahrt per Boot als insgesamt wenig inspirierend. Sei es nun der Palast, die grösseren Tempel, die Boulevards oder auch die Parks, irgendwie haben wir alles schon irgendwo in schönerer Ausführung gesehen. Und auch die momentan ziemlich rege Bautätigkeit gibt angesichts der Qualität der bereits bestehenden Neubauten nicht unbedingt Grund zur Hoffnung…

Zusätzlich gäbe es zwar zumindest bezüglich der (wenig ruhmreichen) Herrschaft der roten Khmer einiges zu sehen und zu erforschen. Doch sollte man nicht erwarten, dass die Museen und Schauplätze entsprechend gepflegt werden und Erläuterungen in Englisch gibts schon mal gar nicht. Überhaupt ist der Umgang mit der Vergangenheit hier teils ziemlich fragwürdig. Oder wie findet ihr die Idee, mit Originalwaffen aus dem Bürgerkrieg schiessen zu gehen? Pro Schuss ein Dollar…

Na ja, zumindest waren die Leute freundlich und sowohl Unterkünfte als auch Verpflegung sind gut und günstig. Wenn man aber nicht gerade zum ersten Mal in Südostasien oder auf der Suche nach käuflicher Zuneigung ist, kann man sich Phnom Penh auch getrost schenken…

Siem Reap respektive die Ruinen von Angkor dagegen spielen in einer anderen Liga. Hier hat es uns trotz schwülem Wetter und einer grossen Anzahl grenzdebiler Pauschaltouristen sehr gut gefallen. Und allein hierfür hat sich unser kambodschanischer Schwenker denn auch bereits gelohnt. Die verfallene Hauptstadt der alten Khmer stellt alles in den Schatten, was wir bisher an antiken Stätten besucht haben. Und auch wenn viel geplündert und unsachgemäss renoviert wurde –  das Verbliebene ist immer noch gewaltig. Nur schon die Ausmasse der  verschiedenen Anlagen lassen einen leer schlucken und angesichts der Kunstfertigkeit, mit der einzelne Details in Sandstein verewigt wurden, kommt man nicht umher, das Berner Münster künftig als Amateurwerk zu betrachten…

Besonders in Erinnerung bleiben wird uns wohl die Konzeption der grössten Tempel  als multireligiöse Bauwerke – und das im Jahr 1100! Und weiter sicher auch die Einsicht, dass ein Tag frühsommerliche Ruinenschau in Angkor eine ziemlich anstrengende Sache ist. Die Nachmittage verbrachten wir entsprechend jeweils halbtot im klimatisierten Zimmer… Bei aller Bewunderung hätte ich also nicht zu denjenigen gehören wollen, die in diesem Klima einen Tempel bauen durften! Den Bau befehlen und danach vom Palastbalkon aus zuschauen hätte hingegen sicher Spass gemacht…

Abschliessend zu vermerken wäre nun noch, dass die „toten Nachmittage“ in Siem Reap wenn schon eher freudlos, so doch zumindest nicht ganz fruchtlos geblieben sind. Die Recherche für unser Projekt, die Strecke Südostasien – Amerika per Frachtschiff zu bewältigen, machte grosse Fortschritte. Insofern alles klappt wie geplant, werden wir nun also am 15.07. von Honkong aus ins Meer stechen und 22 Tage, 3 Containerhäfen und einen Panamakanal später in Kingston/Jamaika wieder anlanden…

Juhui! Oder vielleicht besser: Ahoi!

Liebe Grüsse, Simon

From → Kambodscha

One Comment
  1. Avatar von Stefan Hopf
    Stefan Hopf permalink

    Dein Letztes zuerst!!! Das ist nun wirklich eine ganz tolle Sache, was ihr da vorhabt! Ich bin fast ein bisschen „neidisch“. Wie gerne würde ich mitkommen! Also: Schiff aho!!, wenn es dann soweit ist!
    So freue ich mich mit euch!
    Un abrazo pS

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